tongariro to cape palliser

Es ging weiter Richtung Süden zum Lake Taupo. Nach dem Bruno den Bergpass erklommen hat, konnten wir in der Ferne schon die Bergspitzen aus dem Tongariro Nationalpark sehen. Kurz vor Taupo gab es noch einen kleinen Abstecher zu den Huka Falls. In Taupo selbst haben wir uns mal wieder mit dem Nötigsten eingedeckt, um etwas Proviant für die nächsten Tage zu haben. Danach schlenderten wir noch bei gutem Wetter über einen netten Flohmarkt mit Selbstgemachtem.

Unser Nachtlager wollten wir nach dem luxuriösen Auftenthalt im Waikite Valley wieder auf einem kostenlosen Campingplatz aufschlagen. Wir wurden mitten im Wald auf einer schönen Wiese fündig. Da die Wettervorhersage für die nächsten beiden Tage sehr gut aussah, die Prognose für die Tage danach aber deutlich schlechter war, entschieden wir kurzerhand bereits am nächsten Morgen den Tongariro Nationalpark anzusteuern. Eigentlich war hier der Plan die bei NZ-Touris bekannte „Alpine Crossing“-Tour zu machen. Nach etwas hin und her Überlegen und auch aufgrund der etwas kurzfristigen Planung entschieden wir uns aber dagegen Geld für ein Shuttle zu investieren, das uns am Abend nach der Überquerung zum Parkplatz zurückbringen würde. Wir machten uns also auf eigene Faust am nächsten Morgen um 6 Uhr auf den Weg, um auf den Gipfel zu steigen und eben den gleichen Weg wieder zurück zu gehen. Am Parkplatz an dem die Wanderwege starteten, musste wir dann leider feststellen, dass es eine Parkzeitbeschränkung von 4 Stunden gibt, was uns etwas ins Schwitzen brachte, weil diese Zeit nicht zur Strecke von knapp 16 km, gemessen an unserer Fitness, passte. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Parkplatzwächter konnte wir etwas „extra Zeit“ herausschlagen und waren gottfroh darüber (zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass, als wir nach knapp 5 Stunden abgehetzt den Parkplatz wieder erreichten, kein Wächter mehr da war… das Ganze also eher eine Schikane ist, um die Leute von den kostenpflichtigen Shuttle Bussen zu überzeugen und wir einfach mal wieder zu deutsch sind :-P). Nach leichtem Start, wurde der Weg immer mehr zur Kletterpartie und auch die Anzahl der Mitstreiter (mit teilweise fragwürdiger Ausstattung) stieg kontinuierlich an. Nach dem ersten Teil konnten wir schon den Mount Ngauruhoe (als Mount Doom bzw. Schicksalsberg in den Herr der Ringe Filmen bekannt) in seiner ganzen Pracht bestaunen. Es ging weiter steil bergauf bis zum Gipfel von dem wir einen sensationellen Blick auf den Red Crater und die Emerald Lakes hatten. Nach kurzer Mittagspause auf dem Gipfel traten wir den Rückweg an. Den Weg und die grandiose Landschaft hatten wir nun fast für uns alleine, da die meisten auf der anderen Seite des Berges abstiegen. Nach der schweißtreibenden Tour musste es für die Nacht definitiv ein Campingplatz mit Dusche sein. Nach kurzer Fahrt kamen wir an der Discovery Lodge an und bekamen ein schönes Plätzchen.
Da wir vom Wandern noch immer nicht genug hatten, ging es am nächsten Morgen zu den Taranaki Falls und Tawhai Falls, bevor wir über die Berge in Richtung Napier weiterfuhren. Unsere Gastgeberin Anita im Hotel in Karangahake gab uns den Tipp diese Route in Richtung Wellington zu nehmen, da hier deutlich weniger Touristen unterwegs sind und die Landschaft schöner ist. Bevor wir jedoch in Napier ankamen, musste wir zunächst eine kurvenreiche Strecke bezwingen. Die Nacht verbrachten wir zwischen Stock und Stein irgendwo im Nirgendwo. Am nächsten Morgen ganz in die inzwischen zur Routine gewordenen Frühstücksvorbereitungen vertieft, bemerkten wir den Besucher erst spät. Ein bisschen Respekt hat man vor so einem Wildpferd ja schon, wenn es in voller Größe vor einem steht. Da uns der uneingeladene Gast auch nicht mehr von der Seite weichen wollte, verlegten wir unser Frühstück kurzerhand an einen anderen Ort. Nach einer Stunde Fahrt erreichten wir dann Napier. Das kleine Städtchen ist vor allem wegen seiner Gebäude im Art Deco Stil bekannt. Nach einer kurzen Spaziergang durch die Innenstadt ging es weiter und es kam auch leider, wie vorausgesagt, der Regen zurück. Um uns über das schlechte Wetter hinweg zu trösten, gönnten wir uns zum Abendessen erstmal einen schönen gebratenen Fisch mit passender Weinbegleitung. Am nächsten Morgen war es noch bewölkt, aber es hatte zumindest zu regnen aufgehört und wir machten uns auf in Richtung Wellington. Nach einem kurzen Abstecher zum Ort mit dem längsten Namen („Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu“) ging es von der Hauptstraße links ab Richtung Meer. Am Ende der Straße und somit irgendwie am Ende der Welt lag das kleine Örtchen Akitio. Hier fanden wir einen wunderschönen Campingplatz bei dem wir auch mal wieder unsere Klamotten waschen konnten. Bei einem Strandspaziergang ließen wir den Tag ausklingen. Schon relativ weit im Süden der Nordinsel angekommen, war es nun an der Zeit die Tickets für die Fähre zu buchen. Da ab Weihnachten die Preise dafür drastisch in die Höhe schnellten, beschlossen wir Wellington auf der Rückfahrt zu besichtigen und schnell auf die Südinsel zu verschwinden. In vier Tagen sollte es also aufs Schiff gehen.
Davor blieb aber noch genug Zeit um Richtung Cape Palliser zu fahren. Nach einem kurzen Stop in Masterton, bei dem wir die Bekanntschaft mit der lokalen Dorfjugend machen durften (das ist auch überall gleich: Gegröle, Autos, Bier & Musik :-)) ging es Richtung Cape. Auf dem Weg dahin machten wir noch Halt bei den bekannten Putangirua Pinnacles. Auf dem 2 1/2-stündigen Rundweg konnten wir die Gesteinsformationen sowohl von oben betrachten, als auch direkt zwischen ihnen hindurchgehen. Letzteres mit einem etwas mulmigen Gefühl, denn der Himmel hatte sich inzwischen von den Regenwolken verfinstert und der Wind lies das poröse Gestein hier und da herunterbrökeln. Nach der Wanderung, die wir im Regen beendeten, fuhren wir zu einem nahegelegenen Fischerdorf, bei dem wir die Nacht verbringen wollten. Dort wurden die Boote mit Hilfe von uralten und rostigen Traktoren und Planierraupen ins Wasser gezogen. Von unserem Platz aus hatten wir einen sensationellen Ausblick auf die Berge vor Wellington und sahen einen wunderschönen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag statteten wir zunächst der Seelöwen Kolonie direkt am Cape Palliser einen Besuch ab. Wir waren fasziniert wie nahe man den Tieren dort kommen kann. Nach einem kurzen Abschnitt auf einer Holperstraße kamen wir dann beim Leuchtturm am Cape Palliser an. Jetzt standen nur noch 252 Stufen zwischen uns und dem Turm – eine Hürde, die wir tapfer überwanden.
Da es mal wieder Zeit für eine Dusche war, suchten wir uns für die Nacht einen Campingplatz mit allen Annehmlichkeiten. In Carterton entdeckten wir dann eine richtige Perle. Schon die liebevoll angebrachte Weihnachtsbeleuchtung verbreitete Heimatgefühle. Dank des gemütlichen Fernsehzimmers und der sehr gut ausgestattet Küche verbrachten wir den Abend fast wie an einem Couchabend zu Hause, mit Pizza und Film. Im kleinen Ort Greytown, der 2017 zur schönsten Kleinstadt in Neuseeland gewählt wurde, konnte wir uns davon überzeugen, dass es in Neuseeland doch nicht nur eintönige Städte gibt :-).Die Stadt hat zahlreiche schöne Läden und Cafés und war wohl ein sehr beliebtes sonntägliches Ausflugsziel für viele Familien. Für die letzte Nacht haben wir uns mal wieder einen kostenlosen Campingplatz direkt im Wald an einem Fluss ausgesucht. Hier konnten wir uns bei einem Buch am Ufer entspannen, bevor es dann am nächsten Morgen um 6.30 Uhr nach Wellington auf die Fähre ging.
Bestimmt fragt ihr euch jetzt, wie unsere Weihnachtsvorbereitungen aussehen :-).
Dazu können wir auf jeden Fall schon einmal sagen, dass ihr uns in den letzten Wochen  und auch an Weihnachten selbst sehr gefehlt habt bzw. fehlt. Sei es für das „unsicher machen der Münchner Weihnachtsmärkte“, das Plätzchen backen, das vorweihnachtliche Abendessen mit Freunden oder die Feiertage zusammen mit der Family. Hier so weit weg von alledem kommen wir tatsächlich deshalb nicht so wirklich in Weihnachtsstimmung. Aber natürlich werden wir feiern. Wie und wo, das gibts im nächsten Bericht zu lesen :-).
Wir wünschen euch und euren Familien schöne Weihnachten.
More seasides to come…
Madeleine & Christoph

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