Dieser Abschnitt unserer Reise nach Australien lief ganz unter dem Motto „live on the wildside of life“. Nationalparks, Riffe und wilde Tiere.
In Perth hatten wir einen vollen Tag um die Stadt anzuschauen. Wir entschlossen uns die Erkundungstour zu Fuß zu unternehmen, was kein Problem war, da unser Hostel sehr zentral lag. Zuerst schauten wir uns den Kings Park mit dem Botanischen Garten (sehr hübsch gemacht!) an, um danach noch etwas durch die Innenstadt zu schlendern. Der Stadtteil Northbridge gefiel uns mit seinen vielen kleinen Kneipen und Cafés sehr gut, wobei wir mit Sicherheit nicht alles was die Stadt zu bieten hat in der kurzen Zeit sehen und mitbekommen konnten.
Am nächsten Tag holten wir unseren Camper ab und begannen unsere Reise Richtung Norden. Zuerst schauten wir uns die Pinacles an. Felsen, die mitten in der Wüste stehen. Danach fuhren wir weiter zum Kalbarri Nationalpark. Dort machten wir einige Wandertouren, u. a. auch über die Coastel Cliffs. Von den Klippen herab konnten wir in der Ferne Buckelwale sehen, die auf ihrem jährlichen Weg Richtung Norden waren. Während wir in der ersten Nacht auf einem relativ vollen (die Ferien hatten gerade angefangen) Campingplatz standen, wichen wir die nächsten drei Tage auf kleinere, kostenlose Plätze aus. Dort war es kein Problem ein freies Plätzchen zu finden, auch weil wir schnell herausfanden, dass es sinnvoll ist, bis ca. 16:00 Uhr eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden zu haben, da sobald die Dämmerung anbricht, zahlreiche Kängurus die Straßen kreuzen. So sieht der Highway am Morgen wirklich aus wie ein reines Schlachtfeld. Für die großen Roadtrucks, die durch die Nacht hindurch fahren, ist so ein Känguru bestimmt nur eine Fliege auf der Windschutzscheibe. Wir wollten aber die Erfahrung, wie sich das mit unserem Camper anfühlt definitiv, vor allem den Kängurus zuliebe, nicht machen.
Nach dem Kalbarri Nationalpark ging es weiter Richtung Norden, vorbei am Pink Lake, einem See, der aufgrund seines extrem hohen Salzgehaltes tatsächlich pink ist. An diesem Tag machten wir Rast im Nanga Bay Resort. Klingt Hammer, aber der Campingplatz hatte die besten Zeiten tatsächlich hinter sich, trotzdem war es ein sehr sehr cooler Ort. Der Platz lag direkt an einem der unwirklich wirkendsten Strände, die man sich vorstellen kann. Der ganze Strand bestand aus kleinen weißen Muscheln, war kilometerlang und menschenleer. Wir blieben zwei Tage, auch um Wäsche zu waschen und unseren Strom aufzuladen. Danach ging es weiter nach Monkey Mia. Dort gibt es, relativ neu ausgebaut, einen riesigen Campingplatz, der eigentlich auch die einzige Möglichkeit zum Übernachten bietet, wenn man etwas länger im Nationalpark bleiben möchte. Der Campingplatz ist ebenfalls direkt am Meer und jeden Morgen um 07:30 Uhr findet dort eine Delfinfütterung statt. Alles sehr touristisch, aber was die Tiere angeht sollte man meinen unbedenklich, da die Fütterung nur einen kleinen Snack für Sie darstellt und Jungtiere nicht gefüttert werden. Es war jedenfalls schon toll Delfine einmal so aus der Nähe zu sehen.
Unser nächster Stop führte uns zunächst einmal eine ewig lange ungeteerte Straße entlang – was dem Auto nicht so gefallen hat. Dann kamen wir an der Wooramel River Retreat an. Ein Campingplatz an einem ausgetrockneten Fluss. (In den Wintermonaten fliest der Fluss). Hier beschlossen wir zwei Nächte zu bleiben. Neben dem Campingplatz gibt es eine Art Schrottplatz, wohin wir dann auch einen Ausflug machten, verbunden mit einer kleinen Wanderung am Flussbett entlang. Ein sehr schöner Ort, wenn auch die Fliegenplage hier wirklich unerträglich war.
Unsere Reise ging weiter Richtung Norden und damit immer näher zum Ningaloo Reef. Nach einem kurzen Stop in Carnavon, bei dem wir unsere Vorräte auffüllten, ging es zu den Blowholes und zur Quobba Station (unserem Campingplatz). Nach einer endlos scheinenden Holperstrecke, bei der unser Camper mal wieder alles gegeben hat, wurden wir mit einem Stellplatz mit Meerblick belohnt. Der Strand war übersät von riesigen Muscheln und die Sonnenuntergänge von unserem Ausguck von zwei Wassertanks aus waren einfach nur traumhaft. Auch hier konnten wir wieder die Buckewale bei ihrer Reise beobachten. Auch eine kleine Trainingsstunde für ein Buckelwal Baby bekamen wir mit. Mama Wal zeigte den ein oder anderen Sprung, den Baby Wal brav nachmachte.
Nach zwei Übernachtungen ging es wieder zurück Richtung Highway. Hier konnten wir den Straßenbau in Australien live miterleben. Ein Abschnitt wurde hier kurz für 10 Minuten gesperrt, in denen die komplette Fahrbahn einmal neu geteert wurde. Danach durften wir direkt weiterfahren. (Also wir wissen nicht was auf der A8 da immer solche Probleme verursacht :–P).
Unser nächster Stop war der Ferienort Coral Bay. Hier konnten wir nun endlich unsere aus Deutschland eingeflogene Schnorchel Ausrüstung nutzen. Hunderte Fische, bunte Korallen und Schildkröten konnte man entdecken. Wie es der Zufall so will und weil ja Australien relativ klein ist, haben wir an der Rezeption Christophs ehemaligen Kollegen getroffen und waren für zwei Nächte Camping Nachbarn. Am zweiten Morgen ging’s auf eine kleine Tour am Strand entlang zu einem Abschnitt wo wir Rochen und Riff Haie beobachten konnten. An der Turquoise Bay im Cape Range NP war dann Schnorcheln Teil 2 angesagt. Von unserem Campingplatz am Tulki Beach war es nur ein Katzensprung zum Schnorchel Spot. Tolle Korallen und ein riesiger Rochen waren die Ausbeute. In diesem National Park konnten wir nun auch das erste Mal lebende Kängurus und Wallabies beobachten. Damit war unsere Zeit am Ningaloo Reef leider schon vorbei und es ging weiter Richtung Norden. Bei der Tagesetappe gab es dann den ersten Verstoß gegen die goldenen Westaustralian Regeln: wir haben in der letzten Stadt nicht mehr vollgetankt. Bei den letzten 50km an diesem Tag waren wir deshalb etwas angespannt (der eine mehr, die andere weniger).
Das nächste größere Ziel war der Karijini Nationalpark. Am Campingplatz angekommen, mussten wir feststellen das wir nur mit Bargeld bezahlen konnten, was wir natürlich nicht hatten, da man in Australien alles per Karte zahlt. Doch mit Hilfe des netten Rangers war das Problem schnell gelöst. Was wir bei unserer Ankunft jedoch nicht ahnten war, dass wir nun Bekanntschaft mit der australischen Tierwelt außerhalb des Wassers und jenseits von süßen Kängurus machen sollten. Bei einem nächtlichen Ausflug auf die spartanisch eingerichteten Toiletten ist es dann passiert: wir wurden von einer riesigen Wulf Spider überrascht und sind schreiend wie Schulmädchen in den Camper geflüchtet. Das Highlight in diesem Nationalpark (neben dem haarigen Tierchen) war aber unser Bad in einem der Naturpools, die man während einer Wanderung in den Schluchten entdecken kann. Kurz nachdem alle Badegäste (wir waren ca. zu 6. im Wasser) den Pool verlassen hatten, machte sich auch eine nicht allzu kleine Wasserschlange schnurstracks auf dem Weg zum Ufer. Wo genau sie herkam wusste niemand und ehrlich gesagt wollten wir es auch nicht so genau wissen. Schön nur, dass wir unser Bad beendet hatten :-). Nach zwei Nächten ging es durch eine von Minen (Australien baut extrem viel Eisenerz ab) und Roadtrains geprägte Landschaft weiter in Richtung Broome. Der zufällig gewählte Zwischenstopp am 80Mile Beach sollte sich als richtige Perle herausstellen – breiter menschenleerer Strand und toller Sonnenuntergang. Die zwei folgenden Tage verbrachten wir in Broome. Am ersten Abend ging es zum Cable Beach, an dem zum Sonnenuntergang Touren auf Kamelen angeboten werden. Das war jetzt nicht unser Ding und auch vom Strand inkl. Atmosphäre, sowie der ganzen Stadt hatten wir uns etwas mehr versprochen. Jedoch entdeckten wir bei unserem Streifzug durch die Innenstadt ein über 100 Jahre altes Freiluft Kino. Somit war die Abendplanung klar. Der Film unter Sternenhimmel und unter dem ein oder anderen landenden Flugzeug (Broome hat einen Flughafen) war eine tolle Abwechslung zu dem bisher doch eher spärlichen Abendprogramm auf den Campingplätzen.
Im Broome endete nun der erste Abschnitt unseres Australien Trips. Es geht nun auf die lange Reise einmal quer durch den Konitinent bis nach Adelaide.
More seasides to come…
Madeleine & Christoph

„[…] der eine mehr, die andere weniger […]“. Herrlich, ich kann mir die Situation nur zu gut vorstellen :–))
Bitte mehr davon 🙂
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Du kennst mich doch 😉
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Also bis zu der Geschichte mit der Spinne und Schlange war ich ja kurzzeitig etwas neidisch, hahaha 😉
Tolle Bilder mal wieder! Freue mich auf den nächsten Bericht und sende liebe Grüße von Jan und mir
PS: Christoph, waren die Delfine so „angenehm“ wie in Griechenland??? 😀
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Danke ihr beiden. Die Delfine waren extrem angenehm, aber doch nicht ganz so wie in Griechenland 😉
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