broome to adelaide

Australien Teil 2: „Live on the roadside of life“ oder „It´s getting hot in here“.

Kurzum, wir wussten vorab auf was wir uns einlassen: 4.300 km Autofahrt, Klimaanlage, Spotifyplaylists und karge Landschaft links und rechts. Was wir nicht wussten ist wieviele tote Kühe, Pferde und Autoruinen den Straßenrand säumen würden… Die Kuhgeschichte fing eigentlich schon kurz vor Broome an. Immer wieder lagen an der Straße Kadaver. Wir gehen davon aus, dass die Tiere aus der Herde ausgebüchst und dann einfach elendiglich verdurstet sind :-(. Was die Autos betrifft funktioniert diese Theorie allerdings nicht…

Nach Broome fuhren wir Richtung Osten. Kurzfristig hatten wir den Entschluss gefasst vielleicht doch noch bis Darwin zu fahren, da wir sehr gut in der Zeit waren und gerne auch den tropischen Teil des Kontinents mitgenommen hätten. Nach einem Zwischenstopp landeten wir dann zunächst in Kununura. Hier fanden wir einen sehr schönen Platz mit einem kühlen Pool. Letzteres war von immenser Bedeutung, da die Temperatur inzwischen auf über 40 Grad angestiegen war. (An dieser Stelle muss man erwähnen, dass auf dem Platz viele Work and Traveller unterkamen, die bei den Temperaturen tatsächlich in den Obst und Gemüsefeldern tätig waren – zu dem Zeitpunkt fiel es uns auf: „Man sind wir alt!“ – bei uns ging gar nichts mehr. Vor allem, die Nächte (wir blieben zwei Nächte auf diesem Campingplatz) waren der Horror. Ohne Klimaanlage in einem Auto, das den ganzen Tag in der prallen Sonne steht. Wir beschlossen abzubrechen und weiter Richtung Süden zu fahren. In Katherine machten wir unserem nächsten Stop. Wir badeten in natürlichen Quellen und hielten nach Krokos Ausschau. Leider (oder zum Glück) haben wir keines gesehen. Weiter ging es zu einem Roadhouse Campingplatz, dem legendären „Daly Waters Pub“. Hier gönnten wir uns ein alkoholisches Kaltgetränk in der Happy Hour. Während wir saßen und tranken verfinsterte sich der Himmel und ein heftiger Regenschauer begann. Innerhalb von Sekunden stand der gesamte Campingplatz unter Wasser. An dieser Stelle ein großes Hurra, dass wir einen Van und kein Zelt haben! Der Regen verschaffte auch endlich die langersehnte Abkühlung. Am nächsten Morgen hatte das Wetter wieder aufgeklart und es schien als wäre nie etwas gewesen. Wir fuhren weiter zu den Devils Marbles. Riesige Steine, die durch Erosion komplett rundgeschliffen wurden und ein heiliger Ort für die Aborigines sind.

Als nächstes schauten wir uns Alice Springs an. Unser beider Eindruck wurde auch von einem Einheimischen gestützt: „If you have not been there, you have not missed much“. („Wer nicht da war, hat nichts verpasst“). Aber wir besuchten das Reptiliencenter, was schon sehr interessant war. Hier konnten wir die giftigsten Schlangen aus der Nähe betrachten, sahen endlich ein Krokodil, konnten Echsen streicheln und lernten auch was zu tun ist, wenn wir in Australien einer Schlange über den Weg laufen, nämlich stehen bleiben. (Vorsicht, das Ganze gilt nicht in Afrika, weil die giftigen Schlangen dort Wärme spüren :-)).  

Unser Weg führte uns dann zu den Mac Donnell Ranges, einer Gebirgskette mit zahlreichen Schluchten und Naturseen. Dort verbrachten wir eine Nacht um dann am nächsten Morgen Richtung Uluru/Ayers Rock zu starten. Und was soll man sagen: Der Berg übertraf alle Erwartungen! Es ist ein wirklich mystischer Ort, das können nicht einmal die Touristenscharen verhindern, die schon ab dem frühen Vormittag mit Fahrrad, Segway oder zu Fuß den Berg umrundeten, oder trotz zahlreicher Hinweise es nicht zu tun, den Uluru besteigen. Wir starteten am Morgen mit einer kostenlosen von einem Aboriginalranger geführten Tour. In 1 1/2 Stunden erzählte er uns etwas über die Bedeutung des Berges für sein Volk, sowie über einige geschichtliche Ereignisse rund um den Steinkoloss. Danach beschlossen wir den Ayers Rock selbst noch zu Fuß zu umrunden. Nach einem 10 km Fußmarsch (natürlich in der Mittagshitze) waren wir etwas platt, aber glücklich :-).

Zurück am Campingplatz war nach einer eiskalten Dusche die Welt in Ordnung und wir auch wieder frisch. Am nächsten Morgen hieß es „back on the road“, weil noch einige Kilometer vor uns lagen. Nach einigen Stunden auf dem Highway bemerkten wir immer mehr, wie riesige Maulwurfshügel, aufgeschüttete Erdhaufen. Wir mussten unserem nächsten Stop, der Opal-Stadt Coober Pedy, immer näher kommen. In der Stadt werden die meisten Opale der Welt abgebaut. Bei dem Besuch einer stillgelegten Mine und einer Wohnung, die von drei Frauen in den 60er Jahren in die Felsen geschlagen wurde (da drin ist es mitten am Tag deutlich kälter als in unserem Camper nachts) konnten wir uns ein gutes Bild von dem Leben im Ort machen. Abends besichtigten wir noch die „Wohnhöhle“ des ehemaligen Coober Pedy-Playboys Crocodile Harry, der dort vor seinem Tod zahlreichen (Damen-)Besuch aus aller Welt empfing. 

Da wir leider selbst keinen Opal gefunden haben, mussten wir auf die Anmietung eines Chauffeurs verzichten und klemmten uns wieder selbst hinters Steuer. Der letzte Stop vor Adelaide war in Port Augusta geplant. Der zunächst angepeilte Campingplatz gefiel uns nicht und wir entschieden noch ein Stück weiter Richtung Süden zu fahren. Eine sehr gute Entscheidung wie sich herausstellte. Für die 9 km lange Holperpiste zum Parkplatz benötigten wir eine halbe Stunde!  Während wir noch (teils heftig) diskutierten, ob die „k*** Schotterpisten in Australien“, der „besch****** Camper“ (der keinen 4 Wheel Drive besitzt), oder doch wir selbst daran schuld sind, kam uns schon der Platzwart Douglas zusammen mit seinem Hund entgegen und begrüßte uns freundlich. Der Campingplatz am Chinaman Creek hat eine sensationelle Aussicht und Douglas ist ein echtes Original. Ein Weltenbummler wie er im Buche steht (u. a. hat er mehrere Jahre in Europa gelebt, in Kaiserslautern als Chauffeur gearbeitet und ist vor 20 Jahren von London nach Australien mit dem Auto gefahren). Inzwischen führt er für den angrenzende Nationalpark wissenschaftliche Beobachtungen durch. Er hat uns einige Details zu den Tieren und Pflanzen erzählt und wir durften ihm bei der Fütterung der Kängurus helfen.

In Port Augusta wurden die Temperaturen und die Benzinpreise wieder deutlich erträglicher. Da uns Douglas auch den ein oder anderen Reisetip auf den Weg mitgegeben hat, haben wir unsere Reiseroute am darauffolgenden Tag etwas verändert. Anstatt direkt nach Adelaide zu fahren, machten wir einen kleinen Umweg in eine Weinregion Barossa Valley, wo wir uns davon überzeugen konnten das auch die Australier ein gutes Tröpfchen Riesling hinbekommen :-). 

Nach diesen vielen Kilometern freuen wir uns nun auf unsere letzte Etappe in Australien, die uns von Adelaide bis nach Sydney führen wird.

More seasides to come…

Madeleine & Christoph 

5 Gedanken zu „broome to adelaide

  1. Cool echt gut geschrieben. Ja der Uluru/Ayers Rock ist wirklich beeindruckend und Barossa Valley war auch vor zig Jahren schon einen Abstecher wert.
    Liebe Grüße
    Angelika

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