adelaide to sydney

Unsere letzte Australien Etappe lief unter dem Motto „Live on the greenside of life“ – Zivilisation, Wälder und leider auch etwas Regen.

Nach dem kurzen Abstecher über die Weinregion Barossa Valley kamen wir in Adelaide an. Nach einigen Wochen ohne richtige Zivilisation musste wir uns erst einmal wieder an eine große Stadt und die vielen Menschen gewöhnen. Die Anzahl an Campingplätzen in Stadtnähe war sehr gering, deshalb waren wir umso froher einen Platz auf einem Caravan Park zu ergattern, von dem wir zu Fuß direkt in die Innenstadt laufen konnten. Nach einer Erkundungstour der Stadt am ersten Tag, besuchten wir am zweiten Tag das Asia OZ Festival. Die abendliche Lantern Parade mit Feuerwerk war ein perfekter Abschluss für unseren kurzen Besuch in Adelaide. Dann ging es weiter an der Küste entlang zum Deep Creek Nationalpark. Hier fühlten wir uns das erste Mal wie zu Hause… (Regen und Nebel). Da dies nicht die perfekten Voraussetzungen für eine Wanderung waren, beschlossen wir den Tag im Camper mit Büchsensupppe, Tee und einem Buch zu verbringen, was zur Abwechslung auch echt mal schön war. Am nächsten Morgen sah das Wetter schon etwas freundlicher aus, so das wir wie geplant losziehen konnten. Da wir schon sehr zeitig unterwegs waren, hatten wir die herrliche Natur für uns allein und konnten den vielen wilden Kängurus ganz nahe kommen. 

Douglas hatte uns bei unserem Besuch am Chinaman Creek noch einen weiteren Geheimtipp mitgegeben, der unser nächster Stop sein sollte. Etwas abseits vom Highway arbeiteten wir uns immer weiter an der Küste entlang bis irgendwann die Straße an einem Fluss aufhörte. Eine Brücke war nicht in Sicht jedoch eine kleine Fähre auf der anderen Seite des Flusses. Da wir das einzige Auto weit und breit waren hatten wir eine private Fährfahrt von sagenhaften 45 Sekunden. Der Fluss war nämlich schätzungsweise nur 50m breit. Auf der anderen Seite erreichten wir unser Tagesziel den Narrung Campingplatz der direkt am Lake Alexandrina liegt. Vom Steg aus konnten wir Pelikane beobachten und bei einem kurzen Spaziergang zum Leuchtturm den Abend ausklingen lassen. 

Unsere Route führte uns bei wechselhaftem Wetter weiter über Kingston nach Mount Gambier. Der Blue Lake, ein mit Wasser gefüllter Vulkan Krater, war das Highlight bevor wir uns unsere Übernachtungsmöglichkeit für diesen Tag suchten. Wir fanden ein lauschiges Plätzchen bei dem wir am Morgen unser Frühstück mit Meerblick genieße durften. 

Das nächste große Etappenziel war die bekannte Great Ocean Road. Der erste Stop auf der Route war das kleine Städtchen Peterborough, wo wir auch mal wieder unsere Vorräte auffüllen konnten (wir sagen nur „Waschtag bei den Pfisterers“). Trotz des starken Windes wollten wir unbedingt die Klippen erkunden. Wir starteten deshalb vom Campingplatz und konnten schon bald die eindrucksvolle Küstenlandschaft erleben. Die steilen Klippen und die durch Wind und Wetter geformten Felsformationen waren trotz oder vielleicht gerade aufgrund des Wetters sehr beeindruckend. Am nächsten Morgen ging es weiter zum wohl bekanntesten Ort an der Great Ocean Road, den 12 Apostels. Hier war es dann vorbei mit der Zweisamkeit – Touris soweit das Auge reicht. Der Campingplatz im Nationalpark am Johanna Beach versprach da etwas mehr Ruhe. Nachdem uns eine überforderte Australierin fast in die Karre gefahren ist, konnten wir gut eingepackt mit Pulli und Regenjacke den Strand erkunden und die Wellen bewundern. 

Da wir uns schon die letzten Tage etwas wunderten warum unter der Woche soviel los ist, haben wir uns dann doch mal schlau gemacht und erfahren, dass mal wieder Ferien bzw. ein verlängertes Wochenende anstanden. Diese klitzekleine Tatsache sollte unsere Suche nach einem Campingplatz in den nächsten Tagen etwas beeinflussen. Die Küstenstraße führte uns weiter durch die Ferienorte Apollo Bay und Lorne. Unsere Suche nach einer passenden Übernachtungsmöglichkeit ergab dann Mondpreise von bis zu 90 $ pro Nacht. Doch mit Hilfe unseres treuen Begleiter der WikiCamps App hatten wir schnell einen Plan B. Die so ersehnte Dusche wurde gestrichen (bzw. erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben) und wir übernachteten an den nächsten zwei Tagen auf kostenlosen Plätzen. Bei der ersten Übernachtung direkt im Wald konnten wir auch das erste (und leider einzige Mal) einen Koala beobachten. 

Das nächste Etappenziel war die zweitgrößte Stadt Australiens – Melbourne. Für unsere Zeit dort haben wir uns über AirBnB ein Zimmer in einem Appartement gemietet, da es keine zentral gelegenen Campingplätze gab. Die Fahrt durch Melbourne sollte sich als kleines Abenteuer herausstellen. Schon auf zahlreichen Straßen in Australien hatten wir zuvor die Warnschilder „Floodway“ („Vorsicht Überflutung“) gesehen. Jetzt waren wir auf einmal mittendrin. Unser Camper kämpfte sich durch die Fluten, was für einen erhöhten Adrenalin Spiegel sorgte und das Klima im Auto, das nach 3 Tagen ohne Duschmöglichkeit ohnehin etwas angespannt war, kurzfristig nicht unbedingt positiv beeinflusste :–). Mit etwas Verspätung kamen wir dann doch wohlbehalten bei unserer Unterkunft an. 

Das verlängerte Wochenende hatte mit dem größten Event des Jahres in Melbourne zu tun, dem Melbourne Cup, dem höchstdotierten Pferderennen der Welt. Unser Taxifahrer meinte, dass ist „like your Oktoberfest“… also auf deutsch viele betrunkene Menschen in der Stadt, anstatt Dindl und Lederhosen, allerdings im Ascot-Style (Modegeschmack à la englischer High-Society) unterwegs. An der Garderobe und an der Tatsache das wir keine Tickets hatten, ist dann leider auch unsere Teilnahme gescheitert. Den ersten Tag verbrachten wir stattdessen mit einer kurzen Erkundungstour durch die Stadt bei der wir auch die schöne State Library und die Flinders Railway Station besuchten. Am Abend machten wir es uns in unserem Zimmer bei Pizza (UberEats Gutscheine sind mega) und einem Vino gemütlich. Am nächsten Tag spazierten wir nach einem kurzen Abstecher zu den Queen Victoria Markets (leider geschlossen) durch den Stadtteil Fitzroy. Das Künstlerviertel ist geprägt von schönen Cafés, kreativen Läden und teilweise sehr interessanten Menschen. Da sich am Nachmittag Regen ankündigte, flüchteten wir kurzerhand in das NGA Museum am Federation Square. Aufgrund der tollen kostenlosen (!) Ausstellungen, u. a. von verschiedenen Interiordesignern und einer Vogue-Leselounge (Madeleine war im 7. Himmel), waren wir etwas traurig dass wir das Museum nicht früher entdeckt hatten. 

Am nächsten morgen hieß es dann aber schon wieder back on the road. Die Weiterfahrt führte uns nach einem Abstecher über die Insel Philipp Island nach Inverloch, wo wir wieder einmal einen sensationellen Sonnenuntergang erleben konnten. Am nächsten Tag war Wandern angesagt. Im Nationalpark Wilson Promotory ging es direkt an der Küste entlang. Am Ende des Weges wartete ein Wombat, der sich allerdings, wenig beeindruckt von uns, nicht beim essen stören ließ. Der zweite Pfad führte uns durch den Regenwald. Da wir bei den Wanderungen ein paar Kalorien verbrannt hatten, belohnten wir uns am Abend erst einmal mit selbstgemachten Burgern. Am nächsten Tag ging es an den Gippland Lakes entlang weiter zum Örtchen Lakes Entrance. Die Lagunenlandschaft bietete einen perfekten Platz für ein mittägliches Picknick. Für die Nacht hatten wir mal wieder einen kostenlosen Campingplatz angepeilt. Die Anfahrt führte uns einmal quer durch den Wald über (mal wieder) ziemlich holprige Straßen. Aber wie eigentlich immer bei solchen Straßen, hat es sich am Ende gelohnt. Direkt hinter einer Düne fanden wir ein lauschiges Plätzchen. Beim Strandspaziergang ließen wir den Abend ausklingen. 

Das letzte große Etappenziel vor Sydney war der Blue Mountains Nationalpark. Doch zunächst fuhren wir, um mehr von der Küste zu sehen, noch etwas weiter Richtung Osten. Die Landschaft ist geprägt von Wäldern und schönen Buchten. Nach einem Übernachtungsstop im Fischerdorf Bermagui fuhren wir dann ins Landesinnere. Hier konnte unser Camper mal wieder zeigen was in ihm steckt. Die Höhenmeter meisterte er langsam aber mit Bravur. Auf der Strecke zum Nationalpark bot sich ein kurzer Abstecher nach Canberra an. Was soll man sagen… also schön ist anders. Die Hauptstadt Australiens ist neben Retortenstadt noch viel mehr eine Geisterstadt. Das wirklich Sehenswerte sind wohl die verschiedenen Museen, wie zum Beispiel die National Portrait Gallery. Da die Straßenführung wirklich sehr seltsam war, waren wir froh wieder aus der Stadt zu kommen. Am Abend brutzelten wir uns leckere Calamaris, was unseren Wagen geruchstechnisch in eine kleine Fischbude verwandelte. Nach einer groß angelegten Durchlüft-Aktion war das Schlimmste jedoch behoben und wir schliefen satt ein. Am nächsten morgen ging es weiter in Richtung Nationalpark. Der erste Campingplatz direkt im Wald verwandelte sich zu später Stunde in ein richtiges Nachtlager, wo die Camper dicht an dicht standen. Wir waren deshalb froh die weiteren Nächte auf einem ruhigeren Platz in Karoomba verbringen zu können. Von hier aus starteten wir unsere Wanderungen zu den Three Sisters und durch das Tal. Die Ausblicke über Berge, die aufgrund der vielen Eukalyptus Bäume blau schimmern, war einfach nur wunderschön. Kurz nach der Rückkehr von unserer Wanderung am letzten Tag fing es an zu regnen, was auch für die nächsten 12 Stunden so weitergehen sollte. Aber wir waren ja schon erprobt und konnten uns mit unserem Regen-Programm (Suppe, Tee & Buch) gut die Zeit vertreiben. 

In Sydney angekommen, rückte der Tag der Abgabe unseres Campers, der uns langsam wirklich ans Herz gewachsen war, nun immer näher. Nach einer ausgedehnten Reinigungsaktion (natürlich mal wieder gründlicher als man es hätte müssen) war es dann soweit: Nach 57 Tagen und insgesamt 12.766 Kilometer hieß es Lebewohl für unseren treuen Begleiter. Bei der Rückgabe wurden keine weiteren Schäden festgestellt, wofür wir eigentlich aufgrund der teilweise schlechten Straßenverhältnisse eine Medaille verdient hätten, aber wir waren schon froh  die Hohe Kaution zurück zu bekommen. Mit Sack und Pack ging es dann in unsere Unterkunft, einem kleinem Hostel im Stadtteil Kings Cross. Dieser Teil der Stadt erinnert so ein bisschen an die Hamburger Reeperbahn, was durchaus unterhaltsam ist und die Lage ist perfekt um Sydney zu Fuß zu erkunden. Da wir bis zu unserem Weiterflug nach Neuseeland eine Woche Zeit hatten, hatten wir die Möglichkeit die Stadt ausgiebig zu entdecken. Natürlich führte uns unsere erste Erkundungstour zur Harbour Bridge und zum weltbekannten Opera House, dass wir uns ehrlich gesagt etwas imposanter vorgestellt haben. Am nächsten Morgen war zunächst etwas Kultur im Australian Museum angesagt. Im Anschluss machten wir uns auf, um die Harbour Bridge zu Fuß zu überqueren. Von der anderen Seite aus hatten wir einen schönen Blick über die Skyline. Zurück ging es dann über den Luna Park mit der Fähre ins Stadtzentrum. Auch am darauffolgenden Tag war Boot fahren angesagt. Die Fähre brachte uns in den Stadtteil Manly, wo wir am Strand picknickten und an der Promenade entlang schlenderten. Besonders die Rückfahrt auf der Fähre mit dem tollen Ausblick auf die Stadt hat sich gelohnt. Da wir an den ersten Tagen doch viel unterwegs waren, ließen wir es am vierten Tag etwas ruhiger angehen und besuchten entspannt das Museum of Contemporary Art. An unserem geplanten letzten Tag erkundeten wir die in der Nähe von Kings Cross liegenden Stadteile Darlinghurst und Paddington (wundervoll kreative Shops und Cafés!) und fuhren dann mit dem Bus weiter Richtung Bondi Beach, einem der bekannten Surfer-Strände. Am Strand angekommen, konnte wir den Profis beim Wellenreiten zuschauen und bekamen doch Lust selber mal aufs Brett zu steigen. Zurück in unserer Unterkunft, war nun packen angesagt… Mitten im „Ich-packe-meinen-Rucksack-Wahnsinn“ kam dann die E-Mail: Der Flug am nächsten Morgen wurde gecancelt. Nach kurzer Rücksprache mit dem Rezeption war klar, wir bleiben eine Nacht länger in Sydney. Den zusätzlichem Tag haben wir dann aber ganz pflichtbewusst genutzt, um unseren Blog für diese Etappe abzuschließen :–). 

Über 2 Monate waren wir in Australien unterwegs. Ein Land, dass uns mit schönen Stränden und abwechslungsreichen Landschaften begeistert hat.

Nun sind wir gespannt auf Neuseeland und freuen uns auf die Zeit und Erlebnisse dort.

More seasides to come…

Madeleine & Christoph 

3 Gedanken zu „adelaide to sydney

  1. Nun habe auch ich die Zeit gefunden mir euren Blogg anzuschauen. Wunderschöne Bilder und bei den Texten musste ich öfter schmunzeln 🙂
    Falls ihr in NZ durch Methven kommt grüßt mir meine Freundin Julia aus Tirol und ihre Familie Godwin! Wünsche Euch eine schöne Adventszeit!

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