northland and rotorua

Neuseeland Teil 1: „First steps in NZ“

Mit einem Tag Verspätung kamen wir in Auckland an. Von der Grenzkontrolle bei der Einreise nach Neuseeland haben wir im Vorfeld schon einige Horror-Geschichten gehört (Apfel im Handgepäck vergessen = 200$ Strafe), deshalb haben wir ganz brav alles angegeben was möglicherweise ein Problem darstellen könnte… und was soll man sagen… alles richtig gemacht. Unsere Wanderschuhe kamen ohne Probleme durch die Kontrolle, doch bei den in Australien eingesammelten, sorgfältig ausgewählten Muscheln war es etwas anders. Zwei besonders schöne Fundstücke stellten sich als geschützte Arten heraus. Sie wurden von der Zollbeamtin kritisch untersucht und auf die Seite gelegt. Papiere wurden hervorgekramt und ausgefüllt, während uns beiden jegliche Farbe aus dem Gesicht wich. Als die Zollbeamtin bemerkte, das wir kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen, wurde ihre Miene sanfter und sie meinte, dass wir nichts zu befürchten haben, da wir es ja angegeben haben und sich auf der Liste geschützter Arten wohl 100.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten befinden, von denen wir unmöglich alle kennen können. Leider wurden unsere Souvenirs trotzdem konfisziert, was aber wohl das kleinere Übel verglichen mit der von uns schon prognostizierten Geldstrafe in Millionenhöhe war.

Nach dem Vorfall beim Zoll waren wir froh endlich auf neuseeländischen Boden zu stehen und ließen uns von Uber erstmal in unsere Unterkunft nach Auckland bringen. Nach dem doch etwas schmuddligen Hostel in Sydney, war dieses wirklich ein Schmuckstück. Das Haus, welches früher der Königin von Tonga gehörte, war wunderschön und wir bewohnten ein schnuckeliges Doppelzimmer. Nachdem wir ausgeschlafen und uns einen Schlachtplan zurecht gelegt hatten, ging es von dort aus am nächsten Tag direkt auf Autosuche. Für die 3-monatige Rundreise durch Neuseeland hatten wir uns nämlich entschieden ein Auto zu kaufen statt zu mieten. Nach den Erfahrungen mit den Holperstraßen in Australien, war uns klar, dass es ein Geländewagen mit Vierradantrieb sein muss. Auch hatten wir ziemlich schnell beschlossen ein Auto direkt beim Händler zu kaufen und es später dann selbst mit dem nötigen Campingzubehör auszustatten, anstatt auf ein bereits ausgestattetes Backpacker-Modell zu setzen. 

Die Suche im Internet hatte bereits mehrere Optionen an Fahrzeugen ergeben, die wir uns natürlich sofort live anschauen wollten. Beim ersten Händler  erlebten wir dann direkt einen Reinfall (total verpeilter Verkäufer, das Auto sprang nicht einmal an – alles natürlich im Regen). Nach weiterer Suche fanden wir ihn dann bei einem anderen Autohändler: unser Goldstück Bruno (so haben wir unseren Boliden getauft). Nach einer kurzen Probefahrt war klar, dass ist unser Auto. Nachdem innerhalb von 15 Minuten alle Formalitäten mit dem Autohändler Berry erledigt waren, gehörte er uns. Ein 1997 Nissan Terrano in Gold. In den darauffolgenden Tagen machten wir ihn dann campingtauglich. Aus einem Brett und ein paar Pfosten wurde unser Bett zusammengenagelt (alles direkt in der Tiefgarage des Baumarkts natürlich :-)). Die weiteren Campingutensilien, wie Kocher, Geschirr und Besteck wählten wir liebevoll aus, wurden dabei aber schnell fündig. Lediglich der Kauf einer Matratze war komplizierter als gedacht. So ein Stück Schaumstoff kann doch nicht so schwer aufzutreiben sein? – Anscheinend schon, denn am Ende mussten wir uns  mit zwei Iso- und zwei dicken Yoga-Matten behelfen. Aus zwei Metern Stoff schnitten wir uns Vorhänge zurecht und zu guter letzt kauften wir noch eine Lichterkette, die den Innenraum verschönerte. Dann war Bruno endlich bereit für die Reise. 

Die erste Etappe führte uns nach Northland. Aufgrund des doch ziemlich schlechten Wetters, war die Aussicht auf die Bay of Islands leider nicht so schön wie gedacht. Bei anhaltend starken Regenschauern steuerten wir einen naheliegenden Campingplatz mit Dusche an. Das dieser Campingplatz sich groß auf die Fahne schreibt, das man dort Kiwis beobachten kann fanden wir einen netten Nebeneffekt. Da die Tierchen lediglich nachts und nur mit Rotlicht zu sehen sind, machte sich Christoph nach Sonnenuntergang auf, um im Stockdunkeln und bei strömenden Regen auf Kiwi Suche zu gehen. (Madeleine saß währenddessen eingekuschelt im warmen Auto). Er kam 45 Minuten später völlig durchnässt und enttäuscht zurück – keine Kiwis. (Von Ryan, den wir beim Kiwi-Campingplatz kennenlernten und dann einige Tage später wieder trafen erfuhren wir, das die Suche von Beginn an nicht sehr erfolgversprechend war. Er hatte die Besitzer nach seiner erfolglosen Suche im Wald gefragt, wieviele Kiwis denn auf dem Grundstück leben und naja, deren Antwort war „zwei“ gewesen). Das Wetter am nächsten Morgen war nicht wirklich besser und wir standen vor der Entscheidung ob wir weiter Richtung Norden fahren oder zurück in den Süden sollten. Nachdem wir das Wetterradar studiert hatten stand fest, es geht weiter Richtung Norden. Am nördlichsten Punkt von Neuseeland dem Cape Reinga, kamen wir bei schönem Wetter an und konnten die Ausblicke auf die Küste und die aufeinandertreffenden Meere (Tasmanische See und Pazifik) genießen. Auf dem 90 Mile Beach durfte Bruno dann zeigen was er kann. Da man den Strand mit dem Auto befahren darf, ging es auf eine kleine Spritztour am Meer entlang. Für die Nacht suchten wir uns dann ein kostenloses Plätzchen, bei dem sich der Klogang als kleines Abenteuer herausstellte, da zunächst zu Fuß ein strömender Fluss (mit eiskaltem Wasser!) zu durchlaufen war. Am nächsten Morgen ging die Reise auf der Westseite von Northland weiter. Im Regenwald und bei den riesigen Kauri Bäumen kann man sich wirklich vorstellen, wie es wohl zu Dinosaurier Zeiten aussah. Die Nacht brachte wieder Regen und die Wettervorhersage für die nächsten Tage versprach keine Besserung. Da es im Süden in Rotorua etwas freundlicher aussah, stand unser nächstes Etappenziel fest. Die Route führte uns zurück nach Auckland und dann in Richtung Rotorua. An unseren Übernachtungsplatz angekommen mussten wir feststellen, dass wir kaum noch trockene Kleider hatten und unser Weinvorrat aufgebraucht war… auf deutsch es ging nichts mehr und die Stimmung war am Boden. Am nächsten Morgen war uns klar, wir brauchen ein Hotel, in dem wir unser Hab und Gut waschen und trocknen können. Nach kurzer Suche fanden wir eine schöne Unterkunft, die sich als wahrer Glückstreffer herausstellte. Die Atmosphäre war toll. Gemütliche und saubere Zimmer, nette Menschen und eine ganz ganz herzliche Besitzerin. Anita ist Neuseeländerin und versorgte uns mit vielen Insider-Reisetipps. Zusätzlich kann man vom Hotel aus zwei Wanderungen machen von denen eine durch ehemaligen Goldminen führt. Nach den kleinen Wanderungen und einer ausgiebigen Dusche, und zwei Wäscheladungen buchten wir am Abend dann noch unsere „Hobbiton-Tickets“. Das belastete zwar erheblich die Reisekasse, war aber von vornherein ein fest eingeplanter Punkt auf der Bucketlist. Und nach dem Besuch kann man sagen, dass es sich für alle lohnt, die die Bücher, die Filme und/oder den Perfektionismus von Peter Jackson lieben. Wir waren nicht enttäuscht als die Tour nach zwei Stunden mit einem Cider im „Green Dragon“ endete. Was uns allerdings etwas erstaunte, war, das laut unserem Guide, ca. 30% der Besucher weder die Bücher noch die Filme kennen. In diesem Fall könnte man die 80$ p. P. dann doch anders investieren.

Unsere Reise führte uns weiter Richtung Rotorua. Nach einer Übernachtung mit Abendessen direkt am Meer, ging es zunächst in die Innenstadt um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Im Kuirau Park konnten wir dann das erste Mal die Sehenswürdigkeiten der Region bestaunen. Die heißen Quellen bringen Wasser und Gestein zum Kochen. Man kommt sich wirklich vor, als wäre man in einer anderen Welt. Die Nacht verbrachten wir direkt am Lake Okareka. Von hier aus brachen wir am nächsten Morgen auf um den Blue Lake zu umrunden. Auf dem Pfad konnten wir auch den Green Lake sehen. Die beiden See wirken aufgrund ihrer Zusammensetzung von der Ferne aus wirklich blau bzw. grün. Danach war es an der Zeit, unseren Muskeln etwas Entspannung zu gönnen. Im Waikite Valley fanden wir die perfekte Verbindung zwischen Übernachtungsmöglichkeit und Thermalquellen. In den heißen Pools kann man die Seele so richtig baumeln lassen und wir verbrachten so ziemlich den ganzen Tag im ca. 40 Grad heißen Wasser.

Unsere nächste Etappe bringt uns weiter Richtung Süden zum Lake Taupo und dem Tongariro Nationalpark.

More seasides to come…

Madeleine & Christoph 

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